Unsere Reise ins Abenteuer

Zu Beginn war ein Traum.........der Traum, einmal die Panamericana zu befahren.

 

Und nach einer fast endlos scheinenden Vorbereitungszeit mit diversen Höhen und Tiefen ist es jetzt soweit. Wir starten unsere grosse Abenteurreise entlang der Panamericana. Von Montevideo aus soll es zuerst südwärts Richtung Feuerland gehen und anschliessend immer weiter nordwärts. Bis wir vielleicht einmal ganz im Norden von Kanada oder Alaska ankommen. 

 

Wie lange das dauern wird und ob wir den hohen Norden überhaupt erreichen werden, wissen wir nicht......wir lassen uns einfach überraschen.

 

Gerne könnt ihr uns etwas auf unserer Reise begleiten.


Wir besuchen die Moai auf Rapa Nui

22/05/19 – 29/05/19: Unsere Reise auf die Osterinsel - oder in der Sprache ihrer Bewohner Rapa Nui - begann um 03:30 h auf dem Parkplatz von Camper Travel in Santiago. Manuel vom Taxi Nano brachte uns zum Flughafen und wir hatten trotz früher Stunde eine sehr unterhaltsame Fahrt mit ihm. Manuel sprach nämlich sogar etwas Deutsch, hatte er doch vor vielen Jahren einige Zeit in Österreich gearbeitet. Der Flug mit einer Boeing 787-9 von LANTAM verlief problemlos und so landeten wir gute 5 Stunden später auf dem Flughafen in Hanga Roa auf Rapa Nui. Schon der Anflug war eindrücklich, denn die Landebahn liegt mitten im Grünen. Unsere Unterkunft, das Aukara Bed & Breakfast hatte eine Abholung organisiert und wir wurden mit Blumenkranz empfangen. Nach dem wir unser geräumiges Zimmer in der kleinen, aber hübschen Anlage bezogen hatten, machten wir uns auf den ersten Dorfrundgang. Zur grossen Freude von Marco erlaubten die Temperaturen das Tragen von kurzen Hosen. Und Petrus war uns für die ganze Woche sehr freundlich gesonnen; wir hatten nur einen etwas regnerischen Tag, ansonsten schien immer die Sonne.

 

Wir erkundeten die Osterinsel zu Fuss und per Auto und es gab doch einiges zu sehen. Der einzige Ort auf Rapa Nui, die Inselhauptstadt Hanga Roa, ist eine lustige Mischung aus entspanntem Südseeort und organisierter chilenischer Kleinstadt. Man sagt, so isoliert liege kein anderer bewohnter Ort auf der Erde. Hier konnte man am Stadtstrand den Surfern beim Wellenreiten zuschauen und im Hafen vom Ufer aus Meeresschildkröten beobachten. Hier waren auch alle Restaurants der Insel versammelt. Die haben zwar ein Preisniveau wie in der Schweiz, doch ist die Qualität der Speisen ausgezeichnet; wir haben immer sehr fein gegessen. In jedem Fall ist Rapa Nui kein günstiges Pflaster, so kostete alleine der Eintritt in den Parque Nacional Rapa Nui (welcher obligatorisch ist) für Ausländer mehr als CHF 80.00.

 

Bekannt ist die Insel ja vor allem für die Moai, den auf Ahu (eine Art Plattform) stehenden Steinfiguren mit übergrossem Kopf von denen es auf Rapa Nui rund 1'000 Stück geben soll. Wir besuchten natürlich eine Vielzahl von diesen Moai, besichtigten aber noch viele andere Sehenswürdigkeiten der Insel. So verbrachten wir mehrere Sonnenuntergänge auf der rekonstruierten Zeremonialanlage Tahai. Sie besteht aus drei verschiedenen Ahu (Ahu Vai, Ahu Tahai und Ahu Ko te Riku), mit insgesamt sieben stehenden Moai, Hausfundamenten, Kochstelen, Wohnhöhlen und Zeremonienplätzen. Wir waren aber auch frühmorgens unterwegs. Den Ahu Tongariki, mit seinen 15 rekonstruierten stehenden Moai besuchten wir bei Sonnenaufgang – ein eindrückliches Erlebnis. Am Vulkan Rano Raraku, der sogenannten „Moai-Fabrik“, schauten wir uns einen Grossteil der 397 Moai an, welche hier in unterschiedlichen Fertigungsstadien herumstehen bzw. –liegen – echt speziell. Natürlich durfte auch ein Besuch der Bucht von Anakena mit ihren Palmen und ihrem Standstrand nicht fehlen, welche vom Ahu Nau Nau mit sieben stehenden Moai gekrönt wird. Und nicht zu vergessen ist der Ahu Akivi, dessen sieben Moai die einzigen auf der Insel sind, welche im Inselinnern stehen und direkt aufs Meer schauen; alle andern Moai stehen direkt am Meeresufer und wenden dem Ozean den Rücken zu. Wir sahen noch etliche andere Ahu mit mehrheitlich umgekippten Moai, auf deren Aufzählung wir hier aber verzichten.

 

Neben den Moai hat Rapa Nui aber noch anderes zu bieten. Zu Fuss ging es hinauf zum Vulkan Rano Kau, dessen Krater sich über die Jahrhunderte zu einem Rückzugsort für sehr seltene Pflanzen der Insel entwickelt hat. Weiter ging es zum Zeremoniendorf Orongo, wo 53 kleine rekonstruierte, höhlenartige Steinhäuser stehen, die alle im Zusammenhang mit dem sagenumwobenen „Vogelmann-Kult“ stehen. Ebenfalls wanderten wir zu den verschiedenen Wohnhöhlen an der Westküste, schauten uns Papa Vaka, die grösste Felszeichnung der Insel, an, fuhren zum Puna-Pau Krater, dem Herstellungsort der Pukao (Kopfbedeckung der Moai) und besuchten den Stein Te Pito o Te Henua, der auch als „Nabel der Welt“ bezeichnet wir und angeblich magische Kräfte besitzen soll.....wir haben nichts gemerkt.

 

So verging die Woche auf der Osterinsel wie im Fluge. Dieser Besuch war für uns ein unvergessliches Erlebnis. Die Insel ist faszinierend und seltsam zugleich und hatte uns von Anfang an in ihren Bann gezogen. Dieser Flecken Erde mitten im Pazifik hat etwas, das man nicht in Worte fassen kann. Rapa Nui ist definitiv eine Reise wert. Obwohl unser Rückflug mit rund 5 Stunden Verspätung startete, ging es für uns zu schnell wieder zurück auf den Kontinent. Aber dort warten auf uns neue Abenteuer. Lasst euch einfach überraschen, wie unsere Reise weitergeht.

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Von bunten Häusern und bemalten Wänden

16/05/19 – 21/05/19: Da wir die Möglichkeit hatten, unseren Muck bei Christian in Santiago stehen lassen zu können, fuhren wir mit dem Bus nach Valparaiso und übernachteten seit mehr als einem halben Jahr für einmal nicht in unseren „vier Wänden“ sondern in einem Hostel.

 

Die Hafenstadt Valparaiso liegt nur gut 2 Stunden Busfahrt von Santiago entfernt, hat rund 300'000 Einwohner und ist Sitz des chilenischen Parlaments. Rund um die schmale Ebene entlang der Bucht erstreckt sich die Stadt 42 kleinere und grössere Hügel hinauf. Um auf die Hügel zu gelangen, benutzt man entweder steile, teilweise kurvige Treppen oder einen der uralten Schrägaufzüge der Stadt. Von denen gibt es rund 30 Stück, wobei nur etwas 10 davon wirklich funktionieren. Was die Stadt speziell macht, sind die vielen farbigen mit Wellblecht verkleideten Häuser und die unzähligen Graffitis und Wandmalereien.

 

Am ersten Tag liessen wir uns von einer „Tour 4 Tips“ in die Geheimnisse dieser Stadt einweihen. Wir starteten an der Plaza Sotomayor und am Hafen, besichtigten die beiden zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Stadtteile Cierro Allegre und den Cierro Concepcion, spazierten auf dem Paseo Atkinson und dem Paseo Yugoslavio und fuhren mit dem ersten Aufzug und dem Trolleybus. Ja, in Valparaiso fahren Trolleybuse und wenn man etwas genauer hinschaut, so kann man an den Türen von den neusten Modellen einen Aufkleber „Passepartout Luzern-Obwalden-Nidwalden“ entdecken. Wir lernen.....was in Luzern ausgemustert wird, tut in Valparaiso noch lange seinen Dienst.

 

Die nächsten Tage waren wir dann auf eigene Faust unterwegs. Wir marschierten durch viele Gassen und stiegen so manche Treppe hinauf; wir fuhren mit diversen Aufzügen und besichtigten auch noch andere Hügel der Stadt, zum Beispiel den Cierro Bellavista, den Cierro Polanco oder das Quartier Playa Ancha. Auf Schritt und Tritt begegneten uns wunderschöne und weniger sehenswerte Graffitis und Wandmalereien und so war es kein Wunder, dass wir nicht wirklich schnell unterwegs waren. Es gab halt wirklich viel zu Fotografieren. Ein Besuch im Museo a Cielo Abierto, dem Museo de Belles Artes und dem Parque Cultural de Valparaiso (dem alten Gefängnis) durften auch nicht fehlen. Und natürlich ging es auch zum lokalen Markt, wo es für wenig Geld superfeine, reichhaltige Tagesmenüs gab.

 

Einen Tag verbrachten wir im benachbarten Vina del Mar, der „schönen“ Schwester von Valparaiso. Mit der S-Bahn ereichten wir in gut 15 Minuten eines der beliebtesten Seebäder Chiles. Im Gegensatz zur Hafenstadt Valparaiso wirkt Vina del Mar auch für unser Verständnis sehr herausgeputzt. Der saubere Standstrand mit der Strandpromenade, die höhen Wohnhäuser, das Spielkasino und die teuren Autos zeigen, dass hier doch einiges an „Geld“ zu Haus ist. Während unseres Aufenthaltes besuchten wir das Museo Arqueológico Fonck, welches vor allem auf die Kultur und Geschichte der Osterinsel spezialisiert ist. Danach spazierten wir durch den Garten des Palacio Rioja in Richtung Strandpromenade, wo wir zur renovierten Muelle Vergara (einem alten Landungssteg mit Kran) gingen, den Blick aufs Meer genossen und den Fischern beim Krabbenfangen zuschauten. Auf unserem Weg zurück in die Innenstadt folgten wir der Strandpromenade und kamen beim Castillo Wulff, einem Wohnschloss mit kleinem Museum, vorbei. Bevor es mit der S-Bahn wieder zurück nach Valparaiso ging, spazierten wir durch den Stadtpark Quinta Vergara und schauten uns das neu gebaute Amphitheater an. 

 

Uns hat es in der quirligen, bunten Hafenstadt Valparaiso extrem gut gefallen, doch leider war unser Aufenthalt rasch zu Ende und es ging zurück nach Santiago.....aber nicht für lange. Nach längerem hin und her hatten wir uns ja dann doch entschieden, die Osterinsel zu besuchen. Lest einfach unseren nächsten Blog und ihr erfahrt, was wir dort erlebt haben.

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Wir entdecken die chilenische Hauptstadt

07/05/19 – 15/05/19: Dank Christian, welchen wir in Panguipulli kennengelernt hatten, konnten wir unseren Muck auf dem Vorplatz seines Hauses abstellen – eine für uns optimale Lösung. Eladio, der „Housesitter“ empfing uns freundlich und wir durften die nächsten Tage „seine“ Gäste“ sein. Wir waren schon länger nicht mehr in einer grossen Stadt und so genossen wir es wieder einmal etwas urbanes Treiben um uns herum zu haben.

 

In Santiago leben über 6 Millionen Menschen, d.h. mehr als 35 % aller Chilenen leben in der Hauptstadt. Und das merkt man auch.....z. B. wenn man in der Rush Hour mit der Metro fährt.....das machten wir aber nur einmal, hat gereicht. So oder so erkundeten wir die Stadt meistens zu Fuss. Wir spazierten durch das historische Zentrum mit der Plaza des Armas, der Kathedrale, der Correo Central (Hauptpost), schauten uns den Palacio Real Casa Aduana, den ehemaligen Kongress von aussen und den Palacio de Tribunale von aussen und von innen an. Ein Besuch des Regierungspalastes La Moneda mit dem neu erbauten Centro Cultural Palacio de la Moneda gehörte ebenfalls zum Programm wie ein Bummel durch die Fussgängerzone Alameda, wo Strassenhändlern Handykopfhörer verkauften, Pantomimen ruhig dastanden und Schuhputzer ihre Dienste anboten. Richtig nachdenklich waren wir nach unserem Besuch im Mueso de la Memoria y los Derechos Humanos. Hier werden mit eindrücklichen Bild- und Tondokumenten die Jahre der Pinochet-Militärdiktatur beleuchtet. 

 

Santiago verfügt über mehrere schöne Parks und Grünanlagen, wovon wir auch einige besuchten. So zum Beispiel den Parque Forestal mit dem Mueso de Arte Contemporaneo, den Cerro Santa Lucia mit seinen Treppen und der Aussicht auf einen Teil der Stadt, dem Parque de las Esculturas, einem kleinen Freilichtmuseum, dem Parque Quinta Normal oder den Cerro San Cristobal (offizieller Name: Parque Metropolitano), dem Central Park von Santiago mit Standseilbahn und Luftseilbahn. Hier verbrachten wir fast einen ganzen Tag und genossen die Blick auf Berge und Stadt. 

 

Wir schlenderten durch verschiedene Quartiere der Stadt: durch das Barrio Bellavista mit seinen Restaurants und Kneipen, durch das Barrio Providencia, mit dem 300 m hohen Gran Torre Santiago, durch das Barrio Paris-Londers, mit den einzigen geschwungenen Strassen im gesamten Zentrum oder durch das Barrio El Golf, dem teuersten Viertel der Hauptstadt mit seinen Glaspalästen und deshalb auch „Sanhatten“ genannt. 

 

Auch etwas Shopping war angesagt......Wir besuchten den sehr touristischen Mercado Central (Fischmarkt), schlenderten durch den farbenfrohen Gemüse- und Früchtemarkt La Vega Chica und schauten uns den Quartiermarkt im Barrio Quinta Normal an; hier kaufen die weniger gut betuchten Hauptstädter ein. Natürlich besichtigten wir auch eines der grossen Shopping Center, das Costanera Center. Auf mehreren Stockwerken fanden sich an die 200 Geschäfte und es war alles vertreten, was Rang und Namen hat. Man fühlte sich in eine europäische Hauptstadt versetzt. Marco fand doch wirklich ein paar neue Turnschuhe in seiner Grösse.

 

Zufälligerweise waren diverse unserer Reisebekanntschaften zur ähnliche Zeit wie wir in Santiago. So gab es für uns diverse fröhliche Wiedersehen und wir verbrachten die eine oder andere Stunde mit netten Menschen. Einen Abend trafen wir uns mit Klaus und Christine beim Mexikaner, einen anderen Abend gingen wir mit André und Baba sowie Chrigu und Sandra Completos essen und einige Tage später tranken wir mit Melanie und Flavio das ein oder andere Bierchen. So blieb die Küche von Muck des Öftern kalt, was uns nicht störte, unser Budget aber etwas strapazierte. Aber wir genossen es sehr, Santiago auch kulinarisch etwas zu entdecken.

 

Wir nutzen den Besuch in der Hauptstadt auch, um Muck wieder einmal gründlich zu putzen (innen und aussen), bei Gunther Pommer einige Ersatzteile für Muck zu beschaffen und bei Camper Travel einen Termin für die Reparatur unserer undichten Fenster zu vereinbaren.

 

Nach mehr als einer Woche Aufenthalt in Santiago wartete eine weitere Stadt auf uns, nämlich Valparaiso. Gerne berichten wir in unserem nächsten Beitrag über unsere dortigen Erlebnisse.

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Auf Umwegen nach Argentinien und schnell wieder zurück

27/04/19 – 06/05/19: Nach den Salto del Laja ging für uns weiter in Richtung dem Vulkan Antuco, dem gleichnamigen Ort und dem Parque Nacional Laguna del Laja. Nach dem Parkbesuch wollten wir dann über den Paso Pichachen nach Argentinien weiterfahren.

 

Doch bevor es in den Nationalpark ging, besuchten wir die Waschsalonbekanntschaft von Andrea. Im Waschsalon in Los Angeles kam Andrea mit Jack ins Gespräch, der uns spontan in sein Haus in Antuco einlud. Dieser Einladung folgen wir sehr gerne und fuhren an einem Nachmittag gegen 16.00 h bei Jack vor. Er begrüsste uns wie alte Bekannte und wir verbrachten unvergessliche Stunden zusammen mit Jack. Es gab feinen Wein, tolles Essen, interessante Gespräche und als Krönung sang Jack uns einige alte chilenische Lieder vor.....wir beide kriegten vom Zuhören Gänsehaut. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns mit dem Wissen, einen neuen Freund gefunden zu haben.

 

Am nächsten Tag fuhren wir dann in den Parque Nacional Laguna del Laja und erfuhren vom netten Parkranger, dass der Grenzübergang am Paso Pichachen seit letzter Woche (eine Woche früher als üblich) geschlossen war. Wir nahmen die holprige Strasse zur Laguna del Laja trotzdem unter die Ränder, machten einen kleinen Spaziergang zu zwei Wasserfällen und fuhren nachdenklich an den vielen Kreuzen und Gedenktafeln vorbei, welche die Strasse säumten. Diese erinnern zusammen mit einem Denkmal an die grosste Katastrophe des chilenischen Heeres seit dem Pazifikkrieg. Im Mai 2005 kamen hier 45 Soldaten (hauptsächlich junge Rekruten) in einem Schneesturm ums Leben.

 

Da wir hier also nicht nach Argentinien konnten, ging es gezwungenermassen zurück zur Autobahn 5, wo wir Richtung Norden fuhren und dann ins Valle del Maule abbogen. An dessen Ende liegt der Paso Pehuenche, welcher uns nach Argentinien bringen sollte. Wir wollten aber nicht in Argentinien bleiben, sondern direkt wieder nach Chile einreisen. Der Grund dafür war der Ablauf unserer Touristenvisa für Chile. So fuhren wir das Tal entlang und stellten fest, dass sich dieses in den letzten Jahren durch die neu gebauten Wasserkraftwerke stark verändert haben muss, von Idylle keine Spur mehr. Kurz vor der chilenischen Grenzstation suchten wir nach den im Reiseführer beschriebenen Saltos de Arcoiris, fanden die aber nicht. Wir nehmen an, dass diese Opfer der Bauerei geworden sind. Leider verlangte der chilenische Zoll einen Ein- und Ausreisestempel von Argentinien und so nahmen wir die gut 60 km zur argentinischen Grenzstation unter die Räder. Der Weg dorthin lohnte sich aber. Vorbei an der Laguna del Maule, einem riesigen Kratersee ging die Strasse durch die Vulkanlandschaft bis auf über 2'500 m.ü.M. hoch, um dann durch eine spektakuläre Felslandschaft wieder ins Tal zu führen. Die argentinischen Zollbeamten waren durch unsere Bitte, der gleichzeitigen Ein- und Ausreise etwas verwirrt, es klappte dann aber schlussendlich doch. Dafür mussten wir die gründlichste Fahrzeugkontrolle unserer bisherigen Reise über uns ergehen lassen. Sogar die von Marco in seinen Socken versteckte Körnermischung fand der übermotivierte Zöllner. Die Einreise nach Chile klappte dann problemlos und wir dürfen weiter 90 Tage im Land bleiben.

 

Vom Valle de Maule fuhren wir direkt zur Pazifikküste, genauer gesagt nach Constitucion. Hier machten wir einen kleinen Zwischenstopp, bewunderten die sehenswerten Felsformationen und genossen trotz Wind die Sonne, das Meer und den dunklen Standstrand. Leider wurde das Wetter schlechter, es hatte öfters Nebel und es regnete immer wieder. Wir folgten trotzdem der Küstenstrasse und  besichtigten die Dünen von Putu halt bei Nieselregen und sahen vom Lago Vichuquen wegen dem Nebel auch nicht so viel. In der Umgebung von Cahuil fuhren wir an Salinen vorbei, wo während den Sommermonaten auf Verdunstungsfeldern in Handarbeit Salz gewonnen wird. Weiter ging es zu den berühmten Surferorten Punta de Lobos und Pichilemu. Aber auch hier war das Wetter recht garstig und somit nicht wirklich geeignet für einen Strandbesuch.

 

Von der Pazifikküste ging es zurück Richtung Landesinnere, genauer gesagt ins Valle de Colchagua, dem besten Weinanbaugebiet Chiles. Doch vor den Trauben machten wir bei Oliven einen Zwischenstopp. Die Partnerin unseres neuen Freundes Jack betreibt hier eine Olivenmühle. Ana und Jack empfingen uns sehr herzlich und wir starteten umgehend die Führung durch die Olivenmühle, welche mit einer Olivenöl-Degustation und dem Besuch der Olivenhaine endete. Nachher wurden wir von Ana zur ihr nach Hause eingeladen, wo wir fürstlich bewirtet wurden. Vor der Abreise durften wir noch die Heidelbeerplantagen und einen Teil des restlichen Betriebs (insgesamt rund 300 Hektaren) besichtigen und bekamen sechs riesige Quitten geschent. Wiederum verbrachten wir unvergessliche Stunden mit zwei herzensguten Menschen. Wir mussten uns fast beeilen, damit wir pünktlich in Santa Cruz auf der Vina Viu Manent ankamen, wo wir mit Chrigu und Sandra für die Führung abgemacht hatten. Die Führung war ziemlich interessant und die degustierten Weine gut bis sehr gut. Schade war nur, dass das Restaurant am Abend geschlossen hatte. So musste halt Marco für uns vier etwas aus dem Kochtopf zaubern. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Chrigu und Sandra in den herbstlich gefärbten Weinbergen. Wir machten einen Abstecher zum Clos Apalta der Vina Lapostolle und besuchten die Vina Neyen, wo wir uns eine Flasche dieses Spitzenweines gönnten. Lustigerweise kostete der in der Kellerei mehr als bei uns in der Schweiz. Wir haben die Zeit mit den beiden Bernern genossen und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Nach Vulkanen, Meer und Wein stand nun wieder einmal Stadt auf dem Programm. Santiago, die Hauptstadt Chiles erwartete uns. So fuhren wir am nächsten Tag relativ direkt in Richtung Norden. Gerne berichten wir im nächsten Blog von unseren Erlebnissen in Santiago.

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Noch mehr Araukarien und noch mehr Vulkane

20/04/19 – 26/04/19: Für unseren Besuch im Parque Nacional Conguillo hatten wir einen denkbar schlechten Tag ausgesucht: einen wunderschönen Ostersamstag. So kam es, dass schon am frühen Nachmittag der Park komplett gesperrt wurde. Es hatte einfach zu viele Leute. So machten wir an diesem Tag nur einen kleinen Spaziergang zum Salto del Traful-Traful. Am nächsten Tag ging es dann in Begleitung von Klaus und Christine auf die Wanderung zur Sierra Nevada. Durch herbstlich gefärbte Araukarien- und Südbuchenwälder ging es bei schönstem Wetter einen gut ausgebauten Weg bergauf und wir hatten immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die bunten Wälder, die grauen Lavafelder, die grünen Lagunen und den bereits schneebedeckten Vulkan Llaima – wir fanden das einfach grandios. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Fotosessions an der Laguna Verde und der Laguna Arcoiris. Wir waren begeistert von der Kombination von alten abgestorbenen Bäumen und glasklarem Wasser. Unser Nachtlager schlugen wir an der Laguna Captren auf und lernten hier Saskia aus der Schweiz kennen. Die begeisterte Drohnenfliegern verstärkte bei Andrea die Idee, selber eine Drohne zu kaufen. Na ja, wir werden sehen. Am nächsten Morgen umrundeten wir dann die Laguna Captren zu Fuss und am Ende überredete uns Klaus dann auch noch zu einer Partie Boule. Die Schweiz ging gegen Deutschland mit 6:13 sang- und klaglos unter. Aber es wird bestimmt mal eine Revanche geben. Aus unserer Sicht ist derParque Nacional Conguillo einer der schönsten Nationalparks, den wir bisher besichtigt haben.

 

Von hier aus ging es weiter in Richtung dem Vulkan Lonquimay, genauer gesagt zu einem von dessen Kratern – dem Krater Navidad. Aus diesem spuckte der Lonquimay an Weihnachten 1988 das letzte Mal. Um dahin zu gelangen, fährt man vom Skigebiet Corralco eine gut ausgebaut Schotterstrasse bergauf – wirklich nichts abenteuerliches. Es wurde dann aber zum Abenteuer als der LKW von Klaus und Christine plötzlich auf den Abhang zuschoss und in ziemlicher Schräglage tief im Lavasand eingesunken stehen blieb. Nach dem ersten Schock fuhren wir ins nahegelegene Hotel des Skiresort und der Direktor versprach uns Hilfe. Die kam dann auch prompt in Form eines Raupenbaggers. Der fuhr quer über den Lavasand und senkrecht den Abhang hoch. In der Zwischenzeit wurde der LKW soweit ausgegraben und stabilisiert, dass er nicht mir weiter abrutschen konnte. Als der Bagger dann vor Ort war, dauerte es nur noch rund 10 Minuten und eine zerrissene Bergungsgurte bis der MAN wieder auf der Strasse stand. Wir waren alle heilfroh, dass nichts Schlimmeres passiert war und alle mit dem Schrecken davon gekommen waren. So erklommen wir dann mit etwas Verspätung trotzdem noch den Krater Navidad und waren wieder einmal beeindruckt von unserer Mutter Natur. Der Aufstieg führte durch eine Lavasandwüste, war ziemlich steil aber mit 2 km nicht wirklich lang. Oben angekommen offerierte Klaus ein Bier auf den Schrecken und wir mussten schauen, dass wir uns beim „auf dem Boden sitzen“ nicht das Hinterteil verbrennen. Vielerorts stieg nämlich warmer Rauch aus kleinen Löchern im Boden auf. Die Nacht verbrachten wir mitten in dieser Vulkanlandschaft mit Ausblick auf verschiedene Vulkane dieser Region.

 

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Klaus und Christine, denn wir wollten über eine Nebenstrasse noch etwas weiter ins Vulkangebiet reinfahren und auf diesem Weg zum Städtchen Lonquimay fahren. Leider mussten wir nach gut 30 km feststellen, dass die in allen Karten (Papier und Apps) verzeichnete Strasse privat und somit nicht befahrbar war. Also ging es auf dem selben Weg zurück und weiter in Richtung Parque Nacional Tolhuaca, wo wir dann übernachten wollten. Zu unserer grossen Überraschung verlangte der Parkranger trotz Nebensaison den vollen Preis für den Camping und so fuhren wir weiter. Nach längerem Suchen und einigen Kilometern Umweg mit teilweise ziemlich engen und steilen Strassen fanden wir dann einen tollen Nachtplatz am Fluss.

 

Anschliessend machten wir einen kurzen Abstecher nach Los Angeles, wo wir in einem Selbstbedienungswaschsalon unsere Wäsche machten und nochmals auf Klaus und Christine trafen. Die beiden trafen wir dann auch auf unserem Nachplatz am Salto del Laja wieder. Diese Wasserfälle sind scheinbar die grössten von Chile, doch bei unserem Besuch fehlte irgendwie etwas Wasser. Auf alle Fälle brauchten wir bei unserem Besuch etwas Fantasie, um uns tosende Wassermassen vorzustellen.

 

Als nächstes wollten wir zurück nach Argentinien. Das gelang uns mit einigen Umwegen dann auch. Lest einfach weiter und ihr erfahrt, wie es dazu kam.

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