Unsere Reise ins Abenteuer

Zu Beginn war ein Traum.........der Traum, einmal die Panamericana zu befahren.

 

Und nach einer fast endlos scheinenden Vorbereitungszeit mit diversen Höhen und Tiefen ist es jetzt soweit. Wir starten unsere grosse Abenteurreise entlang der Panamericana. Von Montevideo aus soll es zuerst südwärts Richtung Feuerland gehen und anschliessend immer weiter nordwärts. Bis wir vielleicht einmal ganz im Norden von Kanada oder Alaska ankommen. 

 

Wie lange das dauern wird und ob wir den hohen Norden überhaupt erreichen werden, wissen wir nicht......wir lassen uns einfach überraschen.

 

Gerne könnt ihr uns etwas auf unserer Reise begleiten.


Muck macht mal Pause

18/07/19 – ?????: Unser Muck und wir machen nun einmal eine etwas längere Reisepause. Wir danken allen, die uns die letzten Monate auf irgendeiner Weise begleitet haben und hoffen, ihr habt unsere Reise so genossen wie wir. Wann wir wieder auf Reisen sein werden, wissen wir noch nicht genau. Sobald es soweit ist, werden wir natürlich darüber informieren. Und wer weiss, vielleicht gibt es zwischendurch einen Bericht aus der Heimat. Lasst euch überraschen........bis bald.

 

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Einmal quer durch Argentinien nach Uruguay

06/07/19 – 17/07/19: Anschliessend an unsere tollen Erlebnisse in der Natur war wieder einmal „Kilometerfressen“ angesagt. Rund 1'600 km Strecke lagen zwischen uns und unserem Ziel, dem UY Storage in Solis de Mataojo in Uruguay. So machten wir uns auf, Argentinien von Ost nach West zu durchqueren. Meistens fuhren wir über Landstrassen und erlebten die verschiedenen Gesichter Argentiniens: die Steppe ging über in Busch- und Baumlandschaft und aus dieser wurde dann immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche bis zum Schluss nur noch riesige Ackerfelder zu sehen waren.

 

Unterwegs verbrachen wir eine Nacht an der Laguna Mar Chiquita und besuchten dort den Strandort Miramar. Als wir von dort weiterfahren wollten, ging die uns bekannte Motorwarnleuchte wieder an, aber zum Glück verweigerte Muck dieses Mal seinen Dienst nicht und unsere Reise konnte weitergehen. Kurz vor Gualequaychu stoppten wir im Reserva Las Piedras und machten einen längeren Spaziergang durch das Naturschutzgebiet. Wir waren überrascht, wie viele unterschiedliche Vögel es dort hatte und was die für einen Lärm veranstalten konnten. Am nächsten Tag wollten wir uns bei den netten Leuten vom Reserva nur kurz dafür bedanken, dass wir einen Nacht auf dem Parkplatz stehen durften....das dauerte dann rund drei Stunden. Juan und Facundo erzählten uns alles über das Reserva, zeigten uns die Gebäude und den mobilen Hühnerstall und erklärten uns, wie sie versuchen, die argentinischen Grossbauern von der ökologischen Landwirtschaft zu überzeugen. Sicherlich kein einfaches Unterfangen, aber ein Anfang. In Gualequaychu machten wir wie im letzten November einen Wäschehalt, übernachteten wiederum im Parque Unzué und trafen wieder auf den netten Parkwächter Enrique, der sich sogar an Marco’s Namen erinnern konnte. Und wir kauften uns ein obligates Feriensouvenir – einen Mate, eine Bombilla und ein Pack Yerba Mate. So kommt jetzt also auch ein Stück argentinische Kultur in die Schweiz.

 

Von Gualequaychu war es dann nicht mehr soweit bis zum UY Storage. Hier standen wir auf dem Campingplatz, putzen Muck innen und aussen, räumten um und auf und packten unsere sieben (na ja, etwas mehr....) Sachen für die Heimreise. Wir sind froh, dass sich Felix und Timo während unserer Abwesenheit auch etwas um das Wohlergehen von Muck kümmern; er hat eine Inspektion mehr als verdient. Auch in der Kabine gibt es kleinere Baustellen, welche wir dann bei unserer Rückkehr nach Südamerika reparieren werden, da dazu Ersatzteile aus der Schweiz nötig sind.

 

Nach unserer für längere Zeit letzten Nacht im Muck ging es am 16. Juli 2019 per Taxidienst zum Flughafen in Montevideo, den wir trotz Nebel und Verkehrsunfall fast pünktlich erreichten. Da der Nebel auch unserer Fluggesellschaft einige Probleme bereitet hatte, hob der Airbus der Iberia mit gut einer Stunde Verspätung ab. Unseren Anschlussflug in Madrid erreichten trotzdem problemlos. Aber auch in Madrid verzögerte sich der Start um gut 60 Minuten, da etwas mit einem Reifen unseres Flugzeuges nicht in Ordnung war. Zum Glück hatte das die Pilotin noch vor dem Start bemerkt. Wir landeten mit Verspätung aber dafür heil und unversehrt kurz vor 12.00 h mittags auf dem Flughafen Zürich. Die erste Etappe unserer Südamerika-Reise fand so ihr Ende. Wir sind gespannt, was uns in der Heimat so alles erwarten wird und wie es mit unserer Reise weitergeht. 

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Unsere Mutter Natur ist einfach atemberaubend

01/07/19 – 05/07/19: Schon vor längerer Zeit hatten wir von der totalen Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019 gelesen, doch hätten wir nicht gedacht, dass wir zu dieser Zeit im richtigen „Korridor“ wären. Andy hatte in den Unterlagen vom Tourismusbüro San Juan den Ort Mogna entdeckt und wir entschieden uns, dort hin zu fahren, um die „Eclipse Solar Total“ zu erleben. Wir waren zweimal überrascht – zum einen führte der Weg in das entlegene Dorf durch das wirklich sehenswerte Valle Encantado und zum anderen entpuppte sich Mogna als sehr kleines, wirklich einfaches Dorf mit rund 300 Einwohnern in dem wir noch fast nichts vom morgen stattfindenden Grossereignis erkennen konnten. Wir übernachteten mit ganz wenig weiteren Touristen am Dorfplatz. Am nächsten Tag herrschte doch emsiges Treiben und bis zum offiziellen Beginn des Events um 12.00 h war dann doch alles bereit: Bühne, Verpflegungsstände, Tische, Werbeplakate und so weiter. Auf uns wirkte das Ganze wie ein kleines Open Air.....und so war auch die Stimmung. Wir erfreuten uns an der guten Stimmung, genossen das Unterhaltungsprogramm und beobachteten gespannt, wie sich der Mond langsam vor die Sonne schob. Wir waren begeistert vom Spektakel, das uns die Natur hier bot. Die Fahrt nach Mogna hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

 

Von Mogna ging es weiter in Richtung Parque Provincial Ischiqualasto, auch als Valle de la Luna bekannt. Auf dem Weg dorthin machten wir eine kleine Extrarunde über die schmale RP491 (die alte Ruta 40), wo wir eine tolle Landschaft geboten kriegten und eine Brise Schwefelgeruch aus dem Rio Huaco einatmeten. Über die schnurgerade RN 150 ging es dann zum Parque Provencial Ischiqualasto. Hier machten wir die obligatorische „Konvoi-Fahrt“ durch den Park. Mit 10 weiteren Autos ging es als Tazzelwurm vom Valle Pintado, zu den „Cancha de Bochas“, über den „El Submarino“ mit Boxenstopp im Museo William Sill zum „El Hongo“ und dann durch die sehenswerte farbige Fels- und Sandlandschaft zurück zum Parkeingang. Bei den Highlights hielten wir an und die im ersten Wagen mitfahrende Park-Rangerin gab uns viele interessante Informationen. Der Park hat uns gut gefallen, auch wenn wir nicht gar so begeistert waren wie andere Reisende. Wir hätten den Park natürlich viel lieber auf eigne Faust erkundet und hätten auch gerne mehr Zeit an den einzelnen Orten verbracht. Nichts desto trotz sind die bizarren Felsformationen sicher einen Besuch wert.

 

Vom einen Highlight ging es direkt zum nächsten; dem Parque Nacional Talampaya. Im Vorfeld hatten wir lange überlegt, ob wir diesen Park überhaupt besuchen sollten. Man kann ihn nämlich nur mit einer geführten Bustour anschauen, welche rund CHF 40.00 pro Person kostet – der Parkeintritt von gut CHF 10.00 kommt dann noch dazu. Am Schluss entschieden wir uns für einen Besuch und wurden nicht enttäuscht. Aber bevor wir überhaupt auf die Tour gehen konnten, durften wir uns wieder einmal etwas über die argentinischen Arbeitsmethoden ärgern. Am Vortag war eine Reservation der Tour für den Folgetag nicht möglich; wir sollen doch auf der Webseite reservieren....wie soll das gehen ohne WLAN und ohne Mobilfunkempfang? Am nächsten morgen hatten wir die Tickets für die 10.15 h Tour bereits in der Hand, wurden um 10.00 h aber wieder „ausgeladen“ und konnten erst an der nächsten Tour um 12.30 h teilnehmen. Das Ganze hatte aber wie so oft trotzdem etwas Gutes. Wir kamen mit Franco (einem Schweizer) ins Gespräch, der seit rund 15 Jahren für ein neuseeländisches Unternehmen mit einem 4x4-LKW Touristen durch Afrika und Südamerika chauffiert. Als wir dann endlich mit unserer Tour starteten, waren wir von dem uns gebotenen Anblick sofort begeistert. Der Canon de Talampaya mit seinen Felsenformationen, zum Beispiel „El Monje“ oder „Catedral Gotica“, beeindruckte uns sehr. Die geführte Tour war sehr informativ und es gab sogar etwas zu Essen und zu Trinken. Natürlich wäre es noch schöner gewesen, wir hätten den Canon individuell besichtigen können, aber auch so war es ein tolles Erlebnis. Der Besuch war alles andere als preiswert, aber aus unserer Sicht definitiv lohnenswert.

 

Und jetzt hiess es ab auf die Strasse und auf nach Uruguay. In unserem nächsten Bericht erfahrt ihr etwas mehr dazu.

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Von einer Wanderung im Schnee und einer Änderung des Planes

18/06/19 – 30/06/19: Nach unseren wundervollen Tagen in San Rafel fuhren wir über die RN194 und die RN40 in Richtung Mendoza mit einem kleinen Abstecher ins „Cordon del Plata“. Hier trafen wir auf die riesigen Gemüse- und Fruchtplantagen, welche aber nur durch künstliche Bewässerung gedeihen. In Lujan de Cuyo hatten wir uns mit Markus und Raquel verabredet, welche wir im Canon del Atuel kennengelernt hatten. Und zwar auf dem Stellplatz bei Gaston und Gabriela, einer reiseverrückten argentinischen Familie, welche zu fünft in einem VW Bus T2 ein Jahr lang Südamerika bereist hatten. An einem Tag machten wir mit Markus und Raquel einen Ausflug nach Maipu, wo wir eine Bodega (natürlich mit Weindegustiaton) und eine Olivenmühle besuchten. Am Abend kochten wir jeweils alle zusammen, so gab es zum Beispiel sogar einmal „Züri-Gschnätzlets met Röschti“.

 

Nachdem wir uns von Markus und Raquel sowie Gaston und seiner Familie verabschiedet hatten, fuhren wir nach Mendoza, der „Stadt des Weines“. Hier schlenderten wir ein bisschen durch die schöne Innenstadt und besuchten das Weinmuseum. Unser Aufenthalt verlängerte sich um einen Tag, da Markus und Raquels Toyota wegen eines fehlenden Ersatzteils nicht mehr fahrtauglich war und sie ungewollt in Mendoza festsassen. So verbrachten wir einen weiteren, sehr angenehmen Tag mit den beiden und besuchten den Paraque General San Martin und das riesige Denkmal auf dem Cerro de la Gloria.

 

Nach dem zweiten Abschied von Markus und Raquel fuhren wir zurück in die Berge und folgten der RN7 und der RN149 durch eindrucksvolle Landschaften bis zum Parque Nacional El Leoncito. Als wir ankamen windete es heftig, so dass nur die beiden kurzen Senderos möglich waren und wir den längeren Marsch zum Cerro Leoncito auf den nächsten Tag verschoben. Je später der Tag desto schlechter das Wetter und zu unserer grossen Überraschung waren wir plötzlich eingeschneit. Auch die Wanderung zum Cerro Leoncito fand durch eine weisse Landschaft statt, aber bei strahlendem Sonnenschein. Ist irgendwie schon auch eindrücklich, eine Winterwandung durch die Steppe. Vom 2'519 m hohen Gipfel hatte man eine tolle Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel. Am Abend besuchten wir dann noch das Observatorio Astronomicos Felix Aguilar und wurden in die Wunderwelt der Astronomie entführt. Es war superinteressant aber auch superkalt.

 

Vom Parque Nacional Leoncito fuhren wir weiter auf der RN149 zum Cerro de los siete colores und dann zum Cerro El Alcazar. Beides sind atemberaubende Felsformationen, welche in den unterschiedlichsten Farben leuchten. Am Cerro El Alcazar übernachteten wir inmitten dieser eindrücklichen Gebilde der Natur. Wir folgten dann weiter der RN149 und freuten uns einen Tag über fast 30°C (dank dem Föhnwind Zonda). Wir nutzten das tolle Wetter aus und campierten zwei Tage am Rio San Juan mitten in der Wildnis. Die Ruhe bot sich an, um uns über unsere weitere Reisezukunft zu unterhalten. Schon seit längerer Zeit hatten wir immer mal wieder überlegt eine Reisepause einzulegen. Marco wurde nun klar, dass er diese Pause brauchte und dass er dafür am liebsten nach Hause reisen würde. Deshalb entschieden wir uns für eine Reisepause in der Schweiz.

 

Von der Natur ging es dann nach San Juan, wo wir unsere Heimreise planten und soweit wie möglich vorbereiteten. Wir entschieden uns, Mitte Juli ab Montevideo nach Zürich zu fliegen und unseren Muck für voraussichtlich 2 – 3 Monate in Uruguay unterzustellen. Zwischen langen Gesprächen, Internet-Recherchen und WhatsApp-Kommunikationen blieb auch noch etwas Zeit, um die Stadt San Juan und die Umgebung rund um den Dique Punta Negra und den Dique de Ullum zu erkunden. Verständlicherweise war unsere Stimmung etwas schwankend, aber wir freuten uns trotzdem auf das was noch vor uns lag – die „Eclipse Solar Total“, der Parque Provincial Ischiqualasto und dem Parque Nacional Talampaya. Aber davon mehr im nächsten Bericht.

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Eine Panne, welche sich zum Guten wendete

30/05/19 – 17/06/19: Zurück in Santiago holten wir unseren Muck bei der Firma Camper Travel ab. Dort wurde während unserer Abwesenheit ein undichtes Fenster neu eingebaut und die anderen Fenster wurden zur Sicherheit von aussen neu abgedichtet. Weiter liessen wir bei den Firmen F-Motors und Camcor Muck so umbauen, dass er die Höhe und den schlechten Diesel hier etwas besser verträgt und wir auch nicht mehr kanisterweise AdBlue herumkarren müssen. Diese Arbeiten dauerten einige Tage, so dass wir etwas länger in Santiago blieben als geplant. Aber wir hatten mit Pablo und der Camcor-Familie äusserst nette Menschen um uns herum und so wurde es uns nicht langweilig. Zudem gab uns das die Gelegenheit, dass „Haus der Andacht“ der Bahia-Religion zu besuchen. Das tempelartige Gebäude liegt ober- und ausserhalb der Stadt Santiago und ist rein wegen seiner Architektur einen Besuch wert. 

 

Als Muck dann wieder fahrbereit war, ging es los in Richtung Argentinien. Wir fuhren über die 57 in Richtung Berge und bogen in Los Andes auf die 60 in Richtung Paso Cristo Redentor ab. Wir kurvten die mehr als 30 Haarnadel-Kurven hoch und erreichten auf über 3'000 m.ü.M. den Grenztunnel zu Argentinien. Den Anconcagua, mit 6'962 m der höchste Gipfel der südlichen Hemisphäre, sahen wir leider nur von weitem und etwas in Wolken gehüllt. Der Grenzübertritt nach Argentinien verlief problemlos und wir freuten uns, nach längerer Zeit in der Stadt wieder auf etwas pure Natur. Das erlebten wir auf unserer Fahrt auf der RP52 über den 3'000 m hohen Pass Cruz de Paramillo, eine tolle Strecke mit toller Landschaft. Auf dem Weg übernachteten wir auf rund 2'600 m.ü.M. und wurden fast vom föhnartigen Wind weggeblasen.....und wir dachten mit Patagonien wäre das Thema „Wind“ für uns abgeschlossen.

 

Weiter ging es ins Reserva Bosques Telteca und in den Parque Nacional Sierra de las Quijadas. Der Weg zu den beiden Naturparks führte uns schon nach wenigen Kilometern wieder in die argentinische Steppe und die Fahrten wurden deshalb recht eintönig. Um so mehr begeisterte uns dann der Parque Nacional Sierra de las Quijadas. Bei schönstem Wetter wanderten wir durch die rötlichen Sandsteinfelsen, die von Wind und Wetter zu bizarren Formationen ausgewaschen wurden. Wir fanden das wirklich sehr beeindruckend. Von dort ging es über die RN147 nach San Luis, wo wir auf die RN146 in Richtung San Rafael abbogen.

 

Und dann passierte das, wovon jeder Overlander verschont bleiben möchte......unser treuer Muck wollte nicht mehr. Nachdem plötzlich eine Warnleuchte im Armaturenbrett angegangen war, wollten wir nach dem Motto „ein Reboot tut immer gut“ schauen, ob die Leuchte nach einem Neustart nicht mehr leuchtet. Und das tat sie auch; den Muck liess sich nicht mehr starten. So standen wir mitten in der Steppe und mussten jemanden organisieren, der uns ins glücklicherweise nur 7 km entfernte Monte Coman abschleppen konnte. Das stellte sich recht schwierig heraus und nachdem wir die Polizei sowie zwei andere Autofahrer gebeteten hatten, uns Hilfe zu senden, dann aber rund 6 Stunden gar nichts passierte, half uns ein super netter LKW-Fahrer schlussendlich aus der Patsche. Wir hängten Muck an seinen Anhänger und er zog uns mit gut 70 Sachen an die YPF Tankstelle. Hier verbrachten wir dann unsere Nacht und begannen am nächsten Tag mit der Sucherei nach einem Mechaniker mit Diagnosegerät. Zum Glück gab es in dem kleinen Dorf einen. Brian kam dann sehr schnell vorbei und musste feststellen, dass er nichts ausrichten konnte, da der Schaden scheinbar in der Elektronik lag. Zum guten Glück hatte Brian im rund 60 km entfernten San Rafael einen Bekannten, der sich mit Software und Autoelektronik auskannte. So vereinbarten wir mit Luis (so der Name des Bekannten) einen Termin und mussten jetzt nur noch schauen, wie Muck nach San Rafael kam. Einen so grossen Transporter gab es in Monte Coman nicht, so dass wieder abschleppen angesagt war. Muck wurde mit der Schleppstange an einen anderen Pick-Up gehängt und los ging es.....so macht man das in Argentinien. In San Rafael machten sich Luis, sein Bruder Maxi und ihr Team sofort an die Evaluation des Fehlers und wurden bald auch fündig. Irgendwie verweigerte das Anlasser-Relais seinen Dienst. Da die Reparatur etwas länger dauerte und wir leider nicht im Muck schlafen konnten, verbrachten wir eine Nacht im Hotel und anschliessend einige Nächte in der Wohnung von Maxi. Schlussendlich wurde es fast eine Woche, denn was sich zu Beginn als Unglück darstellte, entwickelte sich zu einigen der wundervollsten Tagen unserer Reise. Nicht nur, weil Luis unseren Muck wieder flott kriegte, sondern vor allem auch weil wir tolle Stunden im Kreise von Luis, Maxi und ihrer Familie verbringen durften.

 

Unter der Woche machten wir noch alleine eine Bodega-Rundtour mit dem Fahrrad und probierten den einen oder anderen Tropfen aus der Region San Rafael. Dann testeten wir unseren Muck bei einer Rundfahrt durch den Canon del Atuel. Bei schönstem Wetter konnten wir hier wiederum sehenswerte Felsformationen bewundern. Hier trafen völlig unterwartet andere Overlander. Plötzlich kam doch ein Landcruiser mit australischem Kennzeichen und jemand rief: „Das send jo Schwiizer!“. Auch die Landcruiser-Besatzung kam aus der Schweiz, heissen Markus und Raquel und waren vor Südamerika längere Zeit in Australien unterwegs. Die beiden trafen wir dann später in der Region Mendoza nochmals.

 

An Marcos Geburtstag machten wir mit Maxi und seiner Freundin Paula trotz Regen und Schnee (.....das hatten wir nicht bestellt) einen Ausflug zum Staudamm bzw. Stausee Los Reyunos und zum Club Los Reyunos, einem Feriendorf am Stausee. Maxi wollte uns unbedingt die Landschaft am anderen Ufer des Stausees zeigen und so fuhren wir auf einer 4x4-Piste durch eine tolle Felslandschaft. Trotz Regen war das sehr eindrücklich. Zudem waren wir zu zwei Familienessen (einmal Asado, einmal Pollo al disco) eingeladen und durften zudem an einer familieninternen Weindegustation mit Maxis Vater (Önologe von Beruf) teilnehmen. Auch das waren supertolle Erlebnisse. Wir fühlten uns wie ein kleiner Teil der Familie Blasquez und so fiel uns der Abschied auch sehr schwer. Aber wir sagten „Auf Wiedersehen“ und waren glücklich, dass wir so nette Menschen kennenlernen durften. Wir können nur sagen „Muchísimas gracias por todo a toda la familia Blasquez, especialmente a Maxi y Luis“.

 

Unsere Reise ging dann weiter in Richtung Mendoza. Gerne berichten wir, was wir in der Stadt des Weines so erlebt haben.

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